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Am Wochenende war ich beim „Teichen“-Festival am Grazer Hilmteich. Gespielt haben Chuck le Monds und Attwenger.
Sehr amüsiert habe ich mich über ein Rudel Hippie-Amerikaner, die zu Chuck Le Monds sanften Gitarrenklängen wilde Tanzeinlagen hingelegt haben. Auch die anderen (nicht besonders zahlreichen) Besucher waren eher irritiert von der wilden Ami-Familie oder haben sie belächelt. Mitgetanzt hat niemand. Wir Österreicher standen im Hintergrund, verhielten uns ruhig und schunkelten manchmal etwas im Takt mit. Auch ich.
Zwei Flaschen Eistee (!) später kamen Attwenger. (Wer sie nicht kennt: Die oberösterreichische Band ist keinem Genre zuzuschreiben. Attwenger mixen alle Stile, picken sich das heraus, was ihnen gefällt. Bewaffnet mit einer Steirischen Harmonika und einem Schlagzeug. Dazu werfen sie mit verbalen Hieben in Mundart um sich.)
Jedenfalls ließen sich nun doch einige Festival-Besucher von der amerikanischen Hippie-Familie anstecken und tanzten mit. Ein Glas Mineralwasser später fand ich mich auch unter ihnen. Naja. Zum Schluss machte ich eingehakt mit dem bärtigen Hippie-Opa und seiner Enkelin die Tanzfläche unsicher. Zuerst belächeln, dann mittanzen. Naja. Lustig war’s halt.
Aber: Sind wir Österreicher größtenteils wirklich so prüde, gutbürgerlich und zurückhaltend, dass wir andere missachten, nur weil sie vor 6 Uhr abends in unalkoholisiertem Zustand ihren Spaß haben? Was ist schon dabei?
Heute habe ich meine Mittagspause dazu genützt, um eine Buchhandlung aufzusuchen. Einfach, um wieder einmal ein bisschen herumzustöbern – man kommt ja sonst so selten dazu, und zu viel Geld hat man auch immer…
Jedenfalls steh ich dann da vor dem Regal mit diversen Biografien: Außergewöhnliche Schicksale von Frauen und Männern. Und plötzlich überkommt mich so ein komisches Gefühl und es graute mir davor. Auf einmal fand ich das ganze ziemlich pervers. Jedes einzelne Buch schrie mich an – Kauf mich! Mein Leben war schlimmer! Ich habe mehr gelitten! …
ich war drogensüchtig! ich habe im irak gekämpft! ich habe krebs! ich wurde vergewaltigt! ich wurde verfolgt! ich wurde geschlagen! ich war gefangen! kauf mich! kauf mich! kauf mich! kauf mich! kauf mich!
Ein Ausverkauf an Schicksalen – jeder versucht seine Gräuelbiografie am dienlichsten anzupreisen. Es rieselt PR-Texte über Schreckensschicksale. Einfach pervers.
Welche Intention bewegt einen Menschen, der Schreckliches mitgemacht hat, dazu, sich so billig zu verkaufen? (Von den Promi-Biographien möchte ich gar nicht sprechen.)
Ich gebe im gleichen Atemzug aber zu, auch schon einige solcher Schicksale gelesen zu haben. Und manche waren gut. Sie waren einfühlsam geschrieben, machten mir klar, WARUM derjenige sein Schicksal mit der Welt teilen möchte.
Aber einfach nur in die Welt hinauszubrüllen, das empfinde ich als abstoßend. Auch, wenn man noch so viel mitgemacht hat.
Nach Lisa Rückers viel dikutierten und eher fragwürdigen Auftritt beim Web 2.0-Polit/Barcamp in Graz, versuchen es die Grünen nocheinmal (diesmal mit Christoph Chorherr): Das Web für sich zu erobern und für den Wahlkampf zu nützen. Dafür hat man sich den erfahrenen und erfolgreichen Blogger Helge Fahrnberger aufs Boot geholt.
Siehe Bericht von CHILLI.cc.
In der Grazer Innenstadt ist im Moment die Hölle los. Nicht nur Touristen tummeln sich bei uns, sondern vor allem Chorsänger. Aus jeder Ecke trällert und summt es, in allen Sprachen und allen Tonlagen. Der Grund: Die World Choir Games 2008.
Am Wochenende hatte ich endlich Zeit, mir einige Chöre anzuhören. Und es hat sich gelohnt… Das kulturelle Sommerloch, das in Graz sonst (zumindest im Juli) oft herrscht, wurde bravourös überbrückt.
Der Wettbewerb ist dabei vor allem eines: Abwechslungsreich. Am Freitag hab ich mir drei chinesische Chöre am Hauptplatz angesehen. Einen Schulchor, einen jugendlichen Chor aus Peking und einen Frauenchor aus Shanghai. Die Kinder setzten auf Kirchenmusik, die Jugend auf Rhythmus und Show und die Frauen auf chinesische Volkslieder. Auch wenn sich nicht alles mit meinem Musikgeschmack deckte, interessant und spannend war es auf alle Fälle. Besonders beeindruckend fand ich den Kinderchor. Vor ihrem Auftritt haben sie noch herumgeblödelt, sobald sie aber auf der Bühne standen waren sie so konzentriert, ernsthaft und bemüht wie die Großen. Und auch von der Qualität konnten sie mithalten – leider war die Akustik am Hauptplatz eben nich die beste.
Das Besondere an den World Choir Games ist aber gar nicht die Qualität der einzelnen Chöre. Für mich ist es vielmehr die einmalige Stimmung. In diesem Fall muss ich sogar einmal dem Politiker-Blabla zustimmen – diese Veranstaltung ist in der Tat „völkerverbindend“, „gemeinschaftlich“ und „grenzübergreifend“.
Wo gibt es sonst solche Szenen? Ein südafrikanischer Chor singt gemeinsam mit einem deutschen Gesangverein – mitten in der Herrengasse, einfach so zum Spaß. Spaß ist generell die Grundmotivation aller Teilnehmer. Der Wettbewerbsgedanke kommt bei den meisten erst ganz zuletzt.
Für mich ist Veranstaltung doppelt so „völkerverbindend“ wie die EM. Es gibt kein Hass- oder Konkurrenzdenken. Allein der Spaß zählt.
Okay, das Ganze klingt etwas naiv, verträumt und schwärmerisch. In diesem Fall trifft das aber zu. Ansonsten eher die Ausnahme als die Regel.
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Gerade deshalb aber einfach schön.
„Und, was machst jetzt in den Ferien?“ Diese Frage höre ich ca. zehnmal am Tag. Damit endlich alle Welt Bescheid weiß: Ich arbeite. So richtig. So richtig fulltime.
Und zwar im Moment in der Pressestelle der Landesregierung Steiermark. Klingt nicht so wirklich spektakulär (vor allem jetzt im Sommer), ist aber teilweise ganz interessant. In meiner ersten Arbeitswoche war eigentlch jeden Tag etwas zu tun:
- Montag: Letzte Landtagssitzung vor der Sommerpause mit anschließender Pressekonferenz. Zur Erinnerung: Das war der Tag der Entscheidung bezüglich der Neuwahlen. War recht lustig, wie man sich vorstellen kann…
- Dienstag: Landesrat Seitinger hat eine Pressekonferenz zum Thema Müll bei uns abgehalten. „Abfall – Rohstoff der Zukunft“. Hey Leute, eure alten Schuhe sind wirklich wertvoll. In einigen Jahren brauchen wir möglicherweise gar keine Müllgebühren mehr zu zahlen, weil durch die energetische Nutzung des Abfalls die Kosten ausgeglichen werden können. Nicht schlecht, oder?
- Mittwoch: Auftakt der World Choir Games in Graz. Zuerst war ich bei der Eröffnung am Hauptplatz dabei, dann beim Empfang in der Alten Universität. Dort hab ich auch Herrn Landeshauptmann-Stv. Hermann Schützenhöfer interviewen dürfen. Allerdings ist mir dort ein kleines „Missgeschick“ passiert (das hier nicht veröffentlicht werden soll, wen’s WIRKLICH interessiert, der soll mich halt persönlich fragen…
) Den Artikel und das Interview könnt ihr euch hier anschauen.
Naja, jetzt seid ihr wieder auf dem neuesten Stand… Zumindest was mein Praktikum betrifft. Weiters gibt’s natürlich in den nächsten Tagen.
Spät, aber nicht ZU spät hab ich es geschafft: Ich werde das Web mit ein paar netten Gedanken und Erlebnissen meiner Wenigkeit bereichern.
Ich habe mein Profil gerade erst erstellt, in den nächsten Tagen und Wochen wird sich sicherlich noch einiges ändern – es lohnt sich also auf alle Fälle des öftern vorbeizuschauen…
Und ein Abonnement zahlt sich sowieso aus – die „Vorreiterin“ muss man gelesen haben. Der Google Reader schreit schon danach.
Wow, ich sollte in die Werbebranche gehen. Nein, lieber doch nicht. Stattdessen möchte ich lieber journalistisch tätig sein. Viel lieber. Und um jetzt schon eine kleine Bühne zum Proben zu haben, werde ich in Zukunft fleißig bloggen.
Ich freue mich schon auf eure Kommentare. Kommentare. KOMMENTARE. KOMMENTARE!!!!!!!!!!


