Am Wochenende war ich beim „Teichen“-Festival am Grazer Hilmteich. Gespielt haben Chuck le Monds und Attwenger.

Chuck Le Monds, Singer und Songwriter aus Missouri

Sehr amüsiert habe ich mich über ein Rudel Hippie-Amerikaner, die zu Chuck Le Monds sanften Gitarrenklängen wilde Tanzeinlagen hingelegt haben. Auch die anderen (nicht besonders zahlreichen) Besucher waren eher irritiert von der wilden Ami-Familie oder haben sie belächelt. Mitgetanzt hat niemand. Wir Österreicher standen im Hintergrund, verhielten uns ruhig und schunkelten manchmal etwas im Takt mit. Auch ich.

Die Hippie-Familie
Die Hippie-Familie

Zwei Flaschen Eistee (!) später kamen Attwenger. (Wer sie nicht kennt: Die oberösterreichische Band ist keinem Genre zuzuschreiben. Attwenger mixen alle Stile, picken sich das heraus, was ihnen gefällt. Bewaffnet mit einer Steirischen Harmonika und einem Schlagzeug. Dazu werfen sie mit verbalen Hieben in Mundart um sich.)

Jedenfalls ließen sich nun doch einige Festival-Besucher von der amerikanischen Hippie-Familie anstecken und tanzten mit. Ein Glas Mineralwasser später fand ich mich auch unter ihnen. Naja. Zum Schluss machte ich eingehakt mit dem bärtigen Hippie-Opa und seiner Enkelin die Tanzfläche unsicher. Zuerst belächeln, dann mittanzen. Naja. Lustig war’s halt.

Aber: Sind wir Österreicher größtenteils wirklich so prüde, gutbürgerlich und zurückhaltend, dass wir andere missachten, nur weil sie vor 6 Uhr abends in unalkoholisiertem Zustand ihren Spaß haben? Was ist schon dabei?