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Sie Ärmster! Ihnen wird’s derzeit wirklich nicht leicht gemacht. Man hat eben ein kompliziertes Leben als SP-Spitzenkandidat…

Da geben Sie der Frankfurter Rundschau ganz gemütlich ein Interview und passen einmal nicht so genau auf, was Sie sagen. Verwechseln Tolerierung mit Duldung, schließen plötzlich eine SPÖ-Minderheitsregierung unter Duldung der FPÖ nicht aus. Man könne ja nicht sagen: „Ihr dürft nicht für uns stimmen!“, beschreiben Sie Ihre Situation im Interview mehr oder minder vorsichtig. Wie auch immer. Interessiert ja eh niemanden in Österreich, was die Deutschen so schreiben… Ist schließlich nicht die Krone.

Pustekuchen! Die österreichischen Parteien übertrumpfen einander mit Presseaussendungen über Ihr Interview. Lothar Lockl, Genrealsekretär der Grünen, ätzt: „Wer Faymann wählt, bekommt Strache gleich mit im Gepäck!“ Das BZÖ: Die SPÖ liege längst mt der SPÖ im Bett. Was man sich so alles anhören muss als SPÖ-Spitzenkandidat. Bemitleidenswert.

Die Frankfurter Rundschau gibt sich wiederum erstaunt über den großen Aufruhr im Nachbarländle. Das hatte man sich nicht erwartet. Und prompt kommt gleich eine Entschuldigung (!!!!) an Faymann: „Es tut uns leid, dass wir in der österreichischen Öffentlichkeit zu Verwirrung um Ihre Haltung beigetragen haben“, schreibt der Innenpolitik-Chef der FR an Faymann. Wahrscheinlich wäre alles sowieso nur ein Missverständnis gewesen. Wie so oft zwischen Österreich und Deutschland. Die Sprache trennt uns eben…

Naja, die Scheiß-Medien halt. Allen kann man es nicht recht machen, ich muss Sie da leider enttäuschen, Herr Faymann. Aber halten Sie sich nur brav weiter an die Kronen-Zeitung, dann kann Ihnen nicht viel passieren. Nur ja nicht gegen Sie aufhetzen… Haben Sie gestern die Krone gelesen – Ja natürlich? Dann wissen Sie jetzt ja auch, was mit Politikern passieren kann oder in der Vergangenheit passiert ist, denen die Krone nicht so wohlgesonnen ist. Ex-Wiener-Bürgermeister  Slavik und Bruno Kreisky sind nur zwei Opfer des Dichand-Blattes, so rühmt sich die Krone selbst.

Der Krone vor die Knie zu fallen, war also doch sehr schlau. Und die Geschichte mit der Frankfurter Rundschau wird in Vergessenheit geraten. Versprochen.

Eine Diskussion hat mich angeregt:

In einem waren wir uns einig – das Internet ist groß, unüberschaubar groß. Ich kann mich zu praktisch jedem Thema so umfassend informieren, wie noch nie zuvor.

Aber – bekommen wir trotz der unüberschaubaren Größe des Internet ein eingeschränktes Blickfeld?

Verkleinere ich meinen Horizont, wenn ich meine Informationen nur aus dem Internet beziehe?

Dafür spricht: Ich blende für mich weniger relevante Information aus, klicke sie erst gar nicht an und lebe so in einer von mir selbst kreierten Scheinwelt. Nur jene Informationen finden dort Geltung, die ich als wertvoll erachtet habe. Möglich, dass ich dadurch auch den Anschluss an meine direkte Lebenumwelt verliere, die sich für andere Themen interessiert. Wir können nicht mehr über den Aufmacher der regionalen Tageszeitung diskutieren, weil ich ihn nicht kenne. Interessiere ich mich für Sport, blende ich Politik/Wirtschaft/Kultur usw. aus. Während ich sie in der Zeitung zumindest überblättern muss und so im Entferntesten damit konfrontiert werde,  komme ich im Internet gar nicht damit in Berührung – wenn ich es nicht will.

Dagegen spricht: Horizont verkleinern durch das Internet? Unmöglich. Ich werde mit anderen Meinungen konfrontiert, die ich sonst nie zu hören bekommen hätte. Ich lese über Lebensumstände, mit denen ich sonst nie in Berührung gekommen wäre. Ich kann Informationen und Meinungen vergleichen, kritisieren, kommentieren, vervollständigen. Solange ich mich dazu aufraffe.

Ich tendiere eher zur zweiteren Ansichtsweise. Die Leute, die von vornherein nicht neugierig und leicht beeinflussbar sind, werden sich natürlich auch im Internet nicht als Aufdeckerjournalisten oder Informationsjunkies entpuppen. Wer sich in der Offline-Welt nur aus der Krone informiert, wird auch im WWW nicht versuchen, Infos zu objektivieren und zu vergleichen. Da spielt die Funktionsweise des Web gar keine Rolle (das selbstständige Selektieren der Informationen). Wer aber von sich aus die Initiative ergreifen will, um sich eine „objektivere“ Welt zu basteln, kann sich die einzelnen Puzzleteile bequem zusammenbauen – ist also mit dem WWW gut bedient.

Höre ich da Gegenstimmen? Bitte kommentieren…

Confetti tiviiiii … uuuuuuuuuuh. u-u-yeah.

Wer hat den Jingle nicht mehr im Ohr? Wer hat Confetti nicht mehr vor Augen? Und Rolf Rüdiger, die Ratte. Und Mimi, die Gans.

Das lustige Gespann aus dem Kinderprogramm des ORF geht in Pension.

Nun, gut, kann man sagen, Confetti und Co sind eben nicht mehr die Jüngsten. Irgendwann ist jeder veraltet. Schade ist es trotzdem.

Der Grund für den Ruhestand ist laut ORF der „zunehmende Zuschauerschwund“. Ob das an Confetti liegt, ist zu bezweifeln. Wohl viel eher an diesen brutalen, chinesischen Zeichentrickfilmen. (Nicht dass ich das Kinderprogramm verfolgen würde, aber beim Durchzappen stoßt man eben auf so einiges).

Die Lösung hat man auch schon parat. Mastermind Thomas Brezina, der dem ORF nun schon seit rund 20 Jahren verbunden ist, muss wieder herhalten. Er hat ein neues Konzept „designt“. Franz Ferdinand, „das erste lila-farbene Wildschwein der Welt“, ist ab 13. September zu sehen.

Ich bin gespannt, ob die junge Generation in zwanzig Jahren mal dem Kinderprogramm-Klassiker Franz Ferdinand nachtrauern muss. Ich jedenfalls trauere um Confetti. Ausgiebig.

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Aja, der Link oben wird vermutlich auch bald tot sein. Nichts zu machen.

An alle gelangweilten Ferialpraktikanten da draußen, ob schwarz oder weiß, braungebrannt oder nicht: Das Langeweile-Syndrom hat endlich einen Namen. Und uns wird Hilfe versprochen!

Am Bore-Out-Syndrom leiden Menschen, die arbeiten WOLLEN, aber nichts zu tun haben. Das führt zu Lustlosigkeit und Unzufriedenheit.

 

Das Boreout-Syndrom, was so viel heißt wie „ausgelangweilt“, ist paradox: Einerseits wissen die Arbeitnehmer nicht, wie sie ihre Zeit herunterbiegen sollen, andererseits entwickeln sie Strategien, um ihren Zustand zu vertuschen und ausgelastet zu wirken. Dadurch halten sie sich neue Arbeit vom Leibe – der Teufelskreislauf ist perfekt. Ein Verhalten nennt Rothlin „Flachwalzstrategie“: „Man zieht Projekte unnötig in die Länge, damit man ja keine neuen Aufgaben bekommt.“ Anwender der „Komprimierungsstrategie“ wiederum erledigen ihre Aufträge extrem schnell, verschweigen dann aber, wenn sie früher fertig werden. Auf diese Weise verschaffen sie sich Leerlaufzeit, in der sie private Dinge erledigen können.“ Quelle: APA

Wem kommt das bekannt vor? Man hat unser Leid endlich erkannt.

 

Obwohl mir heute eigentlich gar nicht so langweilig ist.