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Wenn Graz in den letzten Jahren eine musikalische Größe hervorgebracht hat, dann wohl Eva Jantschitz alias Gustav.
Beim ersten Hinhören wirkt Gustavs Musik naiv, verträumt und erschreckend gleichgültig. Ein nettes, schüchternes Mädchen mit großen Augen und einer Stimme wie Björk singt über Wale, Fernsehkanäle und Geburtstage.
Dass man Gustavs Musik hassen kann, kann ich mir gut vorstellen. Die eingängige Stimme beginnt mit der Zeit die Nerven zu strapazieren, der gleichgültig vorgetragene Text, das grinsende Gesicht. Ohne Frage: So niedlich Eva Jantschitz auch aussieht, sie tut weh.
Aber nur wenn man Gustav momentelang hassen kann, kann man verstehen, was sie meint.
„Bittet selten um Verzeihung und füttert Tauben im Park
Und lasst den Kindern ihre Meinung oder treibt sie früher ab.
Und nehmt euch an den Händen und macht Liebe jeden Tag!
Und rettet die Wale – und stürzt das System…“(Rettet die Wale)
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-„Ich habe eine Sehnsucht, nach der nächsten Katastrophe,
denn wenn wir gemeinsam leiden, fällt dieses Unbehagen ab,Der Zufall ließ uns weiter leben, der Überdruss ging vor der Angst,
ließ uns einander fest umklammern und hoffen, für den nächsten Tag.Mach aus den Städten Schutt und Asche, ich will nie wieder Sonnenschein,ein Menschenleben weg genügt nicht, es müssen Gottesleben sein.Ich will die Kinder weinen hören, die Mütter einsam fleh’n am Grab –
und keine Vögel soll’n mehr singen, nur unsere Melodien erklingen.“(Alles renkt sich wieder ein)
Am Dienstag tritt Gustav (mit Band) in der Grazer Postgarage auf. Wen werde ich dort treffen?
Warum? Einfach so. Gestern hab ich mir noch großspurig überlegt, was ich mit der „ausgeborgten“ Stunde anfangen könnte. Joggen gehen. Ein kluges Buch lesen. Aufräumen. Lästige Mails beantworten. Sinnvolle Dinge eben.
Stattdessen habe ich die Stunde heute ganz allein für mich genutzt. Mit guter Musik (Gustav – looking forward to Tuesday!)- und sonst nichts. Rein gar nichts. Nur meinen Gedanken nachhängen. Hört sich einfacher an, als es ist. In Wahrheit hab ich es verdammt schwer gefunden, bewusst nichts zu tun. Hab es gar nicht eine Stunde lang durchgehalten. Trotzdem tat es gut.
Keine Sorge, ich lebe noch. Wurde nicht aufgefressen, erschlagen oder erhängt. Kam nur so rüber durch die lange Sendepause in meinem Blog.
Zur Wiedergutmachung eine Auflistung dessen, was sich seit meinem letzten Eintrag geändert hat. Für mich und die Welt:
- Ich bin 20 Jahre alt. In Worten: Zwanzig.
- Ich bin seit gestern im Besitz eines Fußballs. Er ist schwarz, rot und rund. Mein allererster Fußball!
- Die Bedeutung von Schlaf wird überschätzt. Geht auch ohne.
- Nicht Wien, sondern Kärnten ist anders. Vor allem die Inhabitanten.
- Die ersten Sendungen von aufSTRICH und kaffeeSATZ sind online. Zum Anhören und Bekriteln.
- Bin umgezogen: Alte Poststraße 152.
- Ich habe gelernt, dass Journalisten keine Freunde haben (können/sollen/dürfen/müssen).
Ich weiß, die Liste ist ziemlich unvollständig. Wem noch was einfallt, der kann das gern dazukommentieren. Etwas Klügeres gibt’s nächste Woche wieder von mir. Wenn mein Hirn Sauerstoff bekommen hat. Ich geh jetzt raus an die frische Lust. Heute ist einfach ein Traumtaaaaaaaaaaaaaag.
Jetzt ist es soweit. Ich bin krank. Ich niese ungefähr im 3-Sekundenabstand (stimmt es, dass beim Niesen Gehirnzellen absterben können???) und ich habe unseren ganzen Hausrat an Taschentüchern aufgebraucht. Meine Schwestern und meine Freunde haben sich von mir abgekapselt (Ansteckungsgefahr!). Einsam und allein sitze ich also hier, und überlege mir, was ich dieser Tage alles hätte machen können…
Stichwort: steirischer herbst. Richtig, am Donnerstag war die Eröffnung. (Ohne mich, übrigens.) Seit 1968 gibt es das Festival für zeitgenössische Kunst schon, ins Leben gerufen hat es Hanns Koren.
Ich habe mich soeben durch das Programm 2008 geklickt. „Strategien zur Unglücksvermeidung“ ist heuer das Thema.“ Da gäbe es viel zu sehen und zu hören!
A. J. Holmes, My Robot Friend, Los Glissandinos, Las Venus. Die Koproduktion zwischen dem Forum Stadtpark und dem steirischen herbst finde ich auch sehr spannend: Winter im Herbst. Frau Susanne Winter fühlt sich übrigens „geehrt“. Hahahahaha.
Haaaaaaaaaaatschi. Danke übrigens an Sabrina für die Tipps bei Erkältungen in der heutigen Gesundheitsbeilage der Kleinen Zeitung. Habe sie verschlungen!!! (Den Taschentuch-Test fand ich auch super. Warst du die Testperson?)
Dann werde ich ja hoffentlich bald wieder fit sein…
