Wenn Graz in den letzten Jahren eine musikalische Größe hervorgebracht hat, dann wohl Eva Jantschitz alias Gustav.

Beim ersten Hinhören wirkt Gustavs Musik naiv, verträumt und erschreckend gleichgültig. Ein nettes, schüchternes Mädchen mit großen Augen und einer Stimme wie Björk singt über Wale, Fernsehkanäle und Geburtstage.

Dass man Gustavs Musik hassen kann, kann ich mir gut vorstellen. Die eingängige Stimme beginnt mit der Zeit die Nerven zu strapazieren, der gleichgültig vorgetragene Text, das grinsende Gesicht. Ohne Frage: So niedlich Eva Jantschitz auch aussieht, sie tut weh.

Aber nur wenn man Gustav momentelang hassen kann, kann man verstehen, was sie meint.

„Bittet selten um Verzeihung und füttert Tauben im Park
Und lasst den Kindern ihre Meinung oder treibt sie früher ab.
Und nehmt euch an den Händen und macht Liebe jeden Tag!
Und rettet die Wale – und stürzt das System…“

(Rettet die Wale)

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„Ich habe eine Sehnsucht, nach der nächsten Katastrophe,
denn wenn wir gemeinsam leiden, fällt dieses Unbehagen ab,
Der Zufall ließ uns weiter leben, der Überdruss ging vor der Angst,
ließ uns einander fest umklammern und hoffen, für den nächsten Tag.

Mach aus den Städten Schutt und Asche, ich will nie wieder Sonnenschein,ein Menschenleben weg genügt nicht, es müssen Gottesleben sein.Ich will die Kinder weinen hören, die Mütter einsam fleh’n am Grab –
und keine Vögel soll’n mehr singen, nur unsere Melodien erklingen.“

(Alles renkt sich wieder ein)

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Am Dienstag tritt Gustav (mit Band) in der Grazer Postgarage auf. Wen werde ich dort treffen?